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S8

 

Präklinische Traumaversorgung

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Präklinische Traumaversorgung
Versorgung (schwer-)verletzter Erwachsener / Kinder

Trauma-Algorithmus
(in Anlehnung an ITLS, modifiziert für den RDB Schwalm-Eder)

Die Versorgung verunfallter Patienten stellt nach wie vor eine große Herausforderung für alle beteiligten Rettungskräfte dar. Im Zentrum der aktuellen Traumaversorgung steht neben einer Standardisierung vor allem das Zeitmanagement. Im Folgenden werden die in Anlehnung an ITLS gelehrten Kernaussagen dargestellt und der Behandlungsablauf beschrieben.


1. Beurteilung der Einsatzstelle

  • Persönliche Schutzausrüstung?
  • Gefahren an der Einsatzstelle?
  • Patientenanzahl?
  • Weitere Einsatzkräfte oder Ausrüstung erforderlich (Lagemeldung auf Sicht M.E.L.D.E.N.)?
  • Unfallmechanismus?

Bei mehreren Verletzten sichtet der ersteintreffende RTW als kommissarische Einsatzleitung Rettungsdienst die Patienten (siehe u.a. MANV-Rahmenkonzept-Hessen).

Nachgelagert ggf. 2. Lagemeldung bei Verkehrsunfällen / Gefahrenlagen / Großschadensereignissen z.B. nach dem MELDEN-Schema. 

2. Ersteinschätzung

Schnelle Abschätzung akut lebensbedrohlicher Zustände anhand xABCDE:

  • x Lebensbedrohliche äußere Blutung? -> Stop the bleed (Stufenschema)!
  • Atemwege frei?
  • Belüftung adäquat?
  • Circulation (Kreislauf) gestört?
  • [Risikogruppe: Senioren, Kinder, Schwangere]

Noch in dieser Phase werden lebensbedrohliche Blutungen gestillt, A- und B-Probleme behoben und eine HWS-Stütze angelegt.


3. Schnelle Trauma-Untersuchung

Eine schnelle Trauma-Untersuchung wird immer dann durchgeführt, wenn

  • Signifikanter Unfallmechanismus (z.B. VU, Sturz aus großer Höhe)
  • Anamnese ergab: (vorangegangene) Bewusstlosigkeit, Atembeschwerden, starke Schmerzen an Kopf, Hals, Torso
  • Ersteinschätzung ergab: verminderter Bewusstseinszustand (Vigilanz), Atembeschwerden, schlechte Perfusion, Risikogruppe


Kopf und Hals
Inspektion/Abtasten, Halsvenen gestaut? Trachea mittig oder verschoben ? Muskulärer Hartspann HWS?

Thorax
Paradoxe Atmung (→ Rippenserienfraktur), Schaukelatmung, DIK, Knistern, Atemgeräusche seitengleich? Klopfschall dumpf/hypersonor?

Abdomen & Becken
Prellmarken, Wunden, Abwehrspannung, Druckschmerz, Becken druckstabil?

Oberschenkel
Wunden, DIK, Sensibilität (Finger und Zehen bewegen lassen!)

Rücken
Abtasten während des Umlagerns


Erhebung des neurologischen Status (D= Disability):

  • Beurteilung der Pupillen (gleich groß, lichtreagibel)
  • GCS
  • Zeichen cerebraler Einklemmung (weite Pupillen, Hypertonus, Bradykardie, Synergismen)
  • Blutzucker

Sowie Durchführung der SAMPLER-Anamnese.


4. Entscheidung zur schnellen Beförderung?

  • Eingeschränkter Bewusstseinszustand
  • Atmungs-/Atemwegsprobleme
  • Schock (z.B. durch Spannungspneumothorax oder Hämatothorax)
  • Schmerzempfindliches, aufgeblähtes Abdomen
  • Instabiles Becken
  • Bilaterale Femurfraktur
  • Risikogruppe

→ Frühzeitige Anmeldung (IVENA) nicht vergessen!


LeitlinieLink

S3 Leitlinie 
Polytrauma und Schwerverletztenversorgung

https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/012-019.html
S2K Leitlinie
Polytraumaversorgung im Kindesalter
https://register.awmf.org/assets/guidelines/006-120l_S2k_Polytraumaversorgung-im-Kindesalter_2021-02.pdf


Übersicht

Präklinische Traumaversorgung
Versorgung (schwer-)verletzter Erwachsener / Kinder

Typ
Schemata
Kategorie
Trauma
Notarzt
fakultativ
Aufrufe
14.489
Weiterführende Links
Quelle
FB 37 SEK; ÄLRD Dr. Lotz; Richtlinien zur Notfallversorgung V 3.1 01.2024 | SOPEASY Redaktion
Version: 0.0 (Stand: 01.01.2020)

Zugehörige Algorithmen und Medikamente